Marketing-Operations über mehrere Regionen, Produktlinien oder Unternehmensbereiche hinweg zu verwalten, ist keine kleine Aufgabe. Genau hier kommen Pardot Business Units ins Spiel – eine leistungsstarke Funktion, mit der du B2B-Marketing team-, marken- oder länderübergreifend segmentieren und skalieren kannst – und das alles in einer einzigen Account Engagement-Instanz.
In diesem Artikel schauen wir uns an, was Pardot Business Units sind, wie sie funktionieren und wie du sie effektiv in deine Marketingstrategie integrierst.
Was sind Pardot Business Units?
Pardot (Account Engagement) Business Units sind voneinander getrennte Datenbanken innerhalb einer einzigen Salesforce-Org, die es Marketing-Teams ermöglichen, Daten, Assets und Benutzerzugriff zu segmentieren. Jede Business Unit (BU) arbeitet halbautonom und verschafft verschiedenen Teams die Freiheit, individuelle Marketingkampagnen umzusetzen – und bleibt dabei dennoch über das zentrale CRM verbunden.
Besonders praktisch sind sie für:
- Globale Unternehmen mit regionalen Marketingstrategien
- Organisationen mit verschiedenen Produktlinien oder Marken
- Unternehmen mit hohen Anforderungen an Datenschutz und Governance
Du kannst dir Business Units wie dedizierte Marketing-Arbeitsbereiche vorstellen – jede mit eigener Prospect-Datenbank, eigenen Assets, eigenem Branding und Reporting – alles unter dem Dach von Salesforce.
Warum Enterprise-Teams Pardot Business Units nutzen
Business Units lösen zentrale Herausforderungen großer Marketing-Teams mit unterschiedlichen operativen Anforderungen.
Prospect-Daten und Benutzerzugriff segmentieren
Früher konnten alle Pardot-Benutzer (außer Sales) auf alle Prospect-Daten zugreifen. Mit Business Units kannst du nun genau steuern, wer welche Daten sieht – das verbessert Datenschutz und Compliance erheblich.
Keine komplexen Sharing Rules mehr
Dank Marketing Data Sharing (MDS) brauchst du keine komplizierten Salesforce-Sharing-Settings mehr, um den Datenfluss zu regeln. Das macht sowohl die Konfiguration als auch die spätere Pflege deutlich einfacher.
Individuelles Branding und Infrastruktur
- Richte mehrere Absenderdomains und Tracker Domains pro BU ein.
- Regionen oder Marken behalten ihre Eigenständigkeit im Look & Feel.
- Ein primäres CNAME ist Pflicht, aber zusätzliche Domains kannst du assetbasiert hinzufügen.
Business Units einfach wechseln
Mit dem Business Unit Switcher wechselst du schnell zwischen deinen BUs – mit nur einem Login. Das spart Zeit für Admins und Führungskräfte, die mehrere Einheiten betreuen.
So funktionieren Pardot Business Units
Jede Pardot Business Unit bringt ihre eigene Infrastruktur mit:
- E-Mail- und Tracker-Domains
- Prospect-Datenbank
- Assets wie Formulare, Dateien, Bilder
- Reports und Analysen
- Individuelle Limits für Automatisierungen und Kampagnen
Wenn du jedoch den Lightning Email Builder nutzt, kannst du Assets in Shared Folders ablegen – und diese in mehreren BUs verwenden. So kannst du Vorlagen und Botschaften zentral steuern.
Marketing Data Sharing (MDS)
MDS-Regeln bestimmen, welche Leads oder Kontakte über den Salesforce-Pardot-Connector in welche BU synchronisiert werden. Klar definierte Regeln sind entscheidend – Picklist-Felder eignen sich besonders gut, da sie Fehler minimieren.
Wichtige Hinweise zum Umgang mit MDS:
- Felder, die in MDS-Regeln verwendet werden, dürfen nicht mit Pardot-Feldern gemappt werden.
- Änderst du den Feldwert später, wird der Prospect einer anderen BU zugeordnet.
- Fehlzuweisungen sind nicht rückgängig zu machen – sorgfältige Planung ist unerlässlich.
IDs und Navigation
Jede BU hat eine eindeutige 18-stellige CRM-ID. Du findest sie unter: Salesforce Setup → Pardot Account Setup. Dort kannst du auch direkt zwischen Einheiten wechseln.

Planung ist das A und O
Pardot Business Units sind mächtig – aber auch kompromisslos. Nach der Einrichtung gilt:
- Du kannst eine BU nicht löschen
- Du kannst eine BU nicht umbenennen
- Du kannst die zugehörige Salesforce-Org nicht ändern
Weil MDS-Regeln endgültig sind, kann schon ein falsch zugewiesener Lead zu Sync-Problemen und Datenfragmentierung führen. Überprüfe also unbedingt Picklist-Felder, Kampagnenlogik und Segmentierung sorgfältig, bevor du live gehst.
Empfohlene Vorgehensweise
- Erstelle ein benutzerdefiniertes Picklist-Feld nur für MDS-Zwecke.
- Verknüpfe Kampagnen mit spezifischen Record Types pro BU.
- Nutze pro BU eindeutige Tracker Domains.
- Definiere klare Regeln, wann Leads oder Kontakte in mehreren BUs auftauchen dürfen.
Zusammenarbeit statt Silos
Unabhängigkeit ist sinnvoll – aber Enterprise-Marketing lebt von Zusammenarbeit. Wie Sarah Kelleher von Nebula Consulting sagt, ist es wichtig, getrennte BUs mit gemeinsamer Strategie und gemeinsamen Assets auszubalancieren.
Das kannst du BU-übergreifend teilen – und das nicht:
| Element | BU-übergreifend teilen? |
| Benutzer | ✅ |
| E-Mail-Domain | ✅ |
| Kampagnen | ✅ |
| E-Mails, Landing Pages, Snippets | ✅ |
| Marketing App Extensions | ✅ |
| Prospects | 🔧 |
| Website-Tracking, Reporting, Präferenzen | 🔧 |
| Tracker Domains | ❌ |
| Connectors, Custom Fields, Custom Objects | ❌ |
| Pardot-Listen, Engagement-Programme | ❌ |
Tipps für mehr Erfolg mit Business Units
1. Nutze den Salesforce Connector
Der Erfolg deiner BUs hängt stark von der Qualität der CRM-Integration ab. Der Connector erlaubt dir, Daten, Kampagnen und Engagement-Historien zwischen Salesforce und Pardot zu synchronisieren. Denk über eine Spiegelung der Datenbank nach – oder definiere eine Bühne wie „Marketing/Nurture“ für unqualifizierte Leads.
2. Setze auf Connected Campaigns
Connected Campaigns sind das Fundament. Ohne sie kannst du weder Engagement-Daten zentral erfassen noch Snippets oder fortgeschrittenes Reporting nutzen. Verwende pro BU eigene Record Types, damit sich alles sauber steuern lässt.
3. Nutze die Pardot API
Mit Version 5 der Pardot API kannst du Datenlücken schließen und Prozesse übergreifend automatisieren. Ideal, wenn du individuelle Lösungen brauchst oder Drittanbieter-Tools integrieren willst.
4. Halte Ausschau nach AppExchange-Tools
Immer mehr nützliche Apps für Pardot entstehen. Ein Beispiel: Nebulas Enhanced Engagement History, das Engagement-Daten mehrerer BUs in einem gemeinsamen Dashboard zusammenführt. So behältst du den Überblick und kannst lückenlos berichten oder automatisieren.
Voraussetzungen für Pardot Business Units
Diese Punkte müssen erfüllt sein, bevor du Business Units einsetzen kannst:
- Pardot Advanced oder Premium Edition im Einsatz
- Connector v2 (veröffentlicht ab 2020)
- Du nutzt die Pardot Lightning App
Fazit
Pardot Business Units bringen Struktur, Skalierbarkeit und Zielgruppenfokus in komplexe Marketing-Setups – und das auf einer einzigen Plattform. Die Einrichtung erfordert sorgfältige Planung: von den Datenregeln über die Kampagnentypen bis zur Asset-Verwaltung. Doch richtig umgesetzt, öffnen sie die Tür zu mehr Effizienz, Konsistenz und Wachstum.
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