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Nutze Pardot Tags clever für smarte Automationen

Portrait von Axel
Von Axel
Professioneller Mann in beigem Anzug arbeitet am Laptop während er Pardot Tags für Automationen entdeckt
Inhaltsverzeichnis

Tags in Pardot (heute Marketing Cloud Account Engagement) stehen oft im Schatten strukturierter Organisationstools wie Ordnern oder benutzerdefinierten Feldern. Mit einer durchdachten Strategie können sie jedoch zu einem echten Power-Tool für Segmentierung, Kampagnenmanagement und Systemoptimierung werden.

In diesem Guide schauen wir uns an, was Pardot Tags eigentlich sind, wo du sie einsetzen kannst – und 11 clevere Wege, sie maximal für deine Marketing-Automation zu nutzen.

Was sind Pardot Tags?

Pardot Tags sind flexible Labels, die du an Datensätzen und Assets anhängen kannst, um sie einfacher zu segmentieren, organisieren und wiederfinden. Sie funktionieren unter anderem bei Prospects, Accounts, E-Mails, Formularen, Landing Pages, Custom Redirects und Listen. Im Gegensatz zu Ordnern basieren Tags nicht auf einer Hierarchie und können mehrfach pro Objekt zugewiesen werden – das macht sie ideal, um Informationen skalierbar zu klassifizieren und nach Bedarf zu filtern.

Die wichtigsten Vorteile von Tags:

  • Unbegrenzte Anzahl an Tags möglich
  • Schnelle Anwendung per manueller Eingabe, Automatisierung oder Massen-Tagging
  • Klickbare Übersichtsseiten für alle getaggten Objekte
  • Direkte Sichtbarkeit innerhalb der Übersicht eines Datensatzes oder Assets

Wo du tags in Pardot einsetzen kannst

Tags kannst du in folgenden Bereichen hinzufügen:

  • Manuelle Eingabe: Direkt im Datensatz oder Asset – einfach neuen Tag eintippen oder aus bestehenden wählen
  • Tags-Übersicht: Unter Content → Tags → + Tag hinzufügen
  • Automation Rules / Engagement Studio: Verwende die Aktion „Tag anwenden“ (automatisches Tagging ist nur für Prospects verfügbar)

11 clevere Anwendungen für Pardot Tags

Hier zeigen wir dir 11 praktische Ideen, wie du Tags gezielt einsetzen kannst – für effizientere Kampagnen und saubere Daten.

1. Kampagnen schneller kopieren

Tags funktionieren wie dynamische Ordner. Du kannst E-Mails, Formulare, Landing Pages und Dateien unter einem gemeinsamen Kampagnen-Tag bündeln. Das macht es super einfach, vergangene Kampagnen zu replizieren – ganz ohne mühsames Suchen in verschiedenen Ordnern oder Bereichen.

Beispiel: Markiere jedes Asset in deiner Jahreskonferenz-Kampagne. Im folgenden Jahr kannst du sie schnell abrufen, um sie wiederzuverwenden, zu aktualisieren oder die Performance mit dem vorherigen Event zu vergleichen.

2. Mehrsprachige Assets filtern

Wenn du Kampagnen in mehreren Sprachen verwaltest, helfen Tags beim sprachbasierten Sortieren. Egal ob zur regionalen Anpassung oder im QA-Prozess – Tags wie „FR“, „EN“ oder „DE“ halten deine Asset-Bibliothek übersichtlich und leicht durchsuchbar.

3. Red-Alert-Prospects markieren

Nicht jeder Hinweis braucht ein eigenes Custom Field. Tags sind ideal, um auffällige Prospects sofort zu kennzeichnen – zum Beispiel wenn:

  • sie mit mehreren High-Intent-Assets interagiert haben (z. B. Preisseite, Demo-Anfrage)
  • sie an mehr als einem Webinar pro Quartal teilgenommen haben
  • sie von einem bestehenden Kunden empfohlen wurden

Wende das „High-Value“-Tag manuell oder per Automatisierung an, um priorisierte Leads hervorzuheben, ohne dein Datenmodell zu überladen.

4. Lücken bei Grading-Kriterien erkennen

Wenn du mit Profilen und Grading arbeitest, kannst du Tags nutzen, um Prospects zu markieren, die wichtige Kriterien nicht erfüllen. Ergänze in deiner Automation den Schritt „Tag anwenden“ – und sieh auf einen Blick, welche Attribute fehlen, um dein Scoring noch präziser zu gestalten.

Gerade bei komplexen ICPs in B2B-Strukturen ist das Gold wert.

5. Checkpoints in Engagement Studio setzen

Je mehr Pfade ein Engagement Studio-Programm hat, desto unübersichtlicher wird es. Mit Tags kannst du wichtige Meilensteine markieren – so trackst du den Fortschritt von Prospects gezielt, ohne dutzende neue Listen anzulegen.

Diese Tags kannst du später auch als Trigger verwenden oder als Filter für Folgeaktionen nutzen.

6. Nurture Journeys flexibel pausieren

Du willst einen Prospect pausieren, ohne das komplette Engagement Studio-Programm zu stoppen? Kein Problem: Setze einen Tag und füge eine lange Wartezeit ein – quasi als „Pause-Knopf“. Sobald die Zeit abläuft oder du sie anpasst, geht der Flow ganz normal weiter.

Perfekt z.B. bei Übergabe an den Vertrieb oder wenn du auf ein externes Signal wartest.

7. Überschneidende Programme managen

Pardot prüft nicht automatisch, ob ein Prospect bereits in einem anderen Engagement Studio-Programm ist. Lösung: Vergib beim Einstieg einen Tag wie „In-Onboarding-Nurture“ und entferne ihn am Ende.

So kannst du gezielt verhindern, dass dieselbe Person parallel in ein zweites widersprüchliches Programm rutscht.

8. Engagement Studio mit Account- und Opportunity-Daten verknüpfen

Engagement Studio kann nur auf Prospect-Felder zugreifen. Mit Automation Rules kannst du aber nach Accounts, Opportunities oder Custom Objects filtern.

Setze einen Tag per Automation Rule basierend auf diesen Feldern – und verwende ihn dann im Engagement Studio, um Logik darauf aufzubauen.

Automation RuleEngagement Studio
Tag setzen, wenn Account Type = „Enterprise“Auslösen, wenn Tag = „Enterprise“

9. Komplexe Segmentierungen in einem Tag bündeln

Anstatt für jede Bedingung eine eigene dynamische Liste zu bauen, kannst du mehrere Kriterien in einem aussagekräftigen Tag zusammenfassen.

Zum Beispiel: Statt separate Listen für Tech-Prospects im Mid-Market aus Nordamerika mit offenen Opportunities und Webinar-Teilnahmen zu pflegen – nutze einfach einen Tag wie „Launch-Ready Tech NA“. Schneller, übersichtlicher, wiederverwendbar.

10. Migrationsprojekte vereinfachen

Bei einem Systemwechsel kannst du Tags nutzen, um z.B. Engagement-Status zu bewahren – ohne für alles neue Custom Fields zu bauen.

Statt dutzende veraltete Statuswerte oder Scoring-Felder zu importieren, verwende Tags wie „Highly Engaged“, „Dormant“ oder „Expired Lead“, um das Verhalten weiter nutzbar zu machen – ohne dein Datenmodell aufzublähen.

11. B2B Marketing Analytics noch präziser filtern

In B2BMA kannst du Tags als Filter in Datasets und Dashboards nutzen. Wenn du z.B. Assets nach Kampagnenzielen taggst („Lead Gen“, „Event Retargeting“ etc.), lassen sich deine Visualisierungen gezielter auswerten.

So kannst du in einem einzigen Dataset sehen, wie sich die Performance nach Kampagnenart unterscheidet – oder sogar Dashboards zusammenführen, wenn sie einem gemeinsamen Tagging-Schema folgen.

Best Practices für dein Tag-Management

Wie bei jeder Taxonomie gilt: ohne Plan werden Tags schnell chaotisch. Damit alles sauber bleibt, beachte folgende Tipps:

  • Verwende einheitliche Namenskonventionen (z.B. Kampagne-Jahr-Zweck)
  • Führe vierteljährlich ein Tagging-Audit durch – für Leichen oder Dubletten
  • Vermeide nichtssagende Tags wie „Test“ oder „Sample“
  • Dokumentiere eure Tagging-Strategie, damit das ganze Team konsistent arbeitet

Willst du noch mehr aus deinem Pardot rausholen?

Pardot Tags sind simpel – aber mit der richtigen Strategie helfen sie dir, Prozesse zu verschlanken, komplexe Automationen sauber aufzusetzen und dein System skalierbar zu halten. Wenn du nicht weißt, wo du anfangen sollst oder deinen Account Engagement-Setup optimieren willst, melde dich bei uns – wir unterstützen dich gerne.

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