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12 Pardot-Formular-Tipps für mehr Conversions & saubere Daten

Portrait von Axel
Von Axel
Lächelnder Mann mit Bart in weißem Hemd arbeitet am Computer während er Pardot-Formular-Tipps erkundet
Inhaltsverzeichnis

Pardot-Formulare (jetzt Teil von Marketing Cloud Account Engagement) wirken auf den ersten Blick ganz harmlos. Sie sind schnell klickbar, einfach zu erstellen und geben Marketern scheinbar die volle Kontrolle zurück. Aber der Schein trügt. Styling-Tücken, systembedingte Grenzen, fehlerhafte Tracking-Daten und versteckte Abhängigkeiten machen sie komplizierter, als man denkt.

In diesem Artikel bekommst du 12 essenzielle Insights, mit denen du Datenchaos vermeidest, saubere Reports sicherstellst und Formulare baust, die wirklich gut performen.

Pardot-Formulare vs. Layout-Templates

Bevor du ein Pardot-Formular erstellst, solltest du verstehen, worauf es basiert. Jedes Formular nutzt ein Layout-Template, das Design und Struktur bestimmt. Das ist kein Nice-to-have – Schritt 3 im Formular-Wizard verlangt die Auswahl eines Templates.

Der Haken daran: Formulare und Layout-Templates werden separat konfiguriert. Ohne ein vorher erstelltes Template gerätst du mitten im Prozess ins Stocken. Templates gelten übrigens sowohl für Formulare als auch für Landing Pages und findest du unter Content → Layout Templates.

Formular-Design: Low-Code oder Full CSS?

Es gibt zwei Hauptwege, um Pardot-Formulare zu stylen:

Option A: Eingebaute Style-Einstellungen

  • Direkt im Formular-Wizard verfügbar
  • Ideal für Schriftgrößen, Abstände und einfache Designanpassungen
  • Komplett ohne Code nutzbar

Option B: Vollständiges CSS im Template

  • Unverzichtbar für eigene Webfonts, perfekte Abstände oder Animationen
  • Bearbeite das CSS im Formular-Tab (nicht nur im Landing-Page-Tab) des Layout-Templates
  • Viele Freiheiten, aber auch viele Fallstricke – gerade, wenn du kein CSS-Profi bist

Wenn eigenes CSS keine Option ist, hilft ein Low-Code-Builder – oder ein kleiner Schulterschluss mit deinem Web-Team.

Pardot-Formulare unterstützen nur Prospect-Felder

Eine häufig übersehene Einschränkung: Pardot-Formulare lassen dich nur auf Prospect-Felder zugreifen. Heißt konkret: Felder aus Accounts, Opportunities oder benutzerdefinierten Objekten bleiben außen vor.

Wenn du zwingend Daten mit anderen Salesforce-Objekten verknüpfen willst, brauchst du entweder eine AppExchange-Lösung oder arbeitest alternativ mit Pardot Form Handlers für mehr Flexibilität.

„Load Default Data“-Button nicht vergessen

Wenn du ein neues Prospect-Feld zu deinem Formular hinzufügst oder ein bestehendes bearbeitest: Klick unbedingt auf „Load Default Data“. Damit stellst du sicher:

  • Der richtige Feldtyp (z. B. Text, Dropdown, Checkbox) wird verwendet
  • Dropdowns und Auswahlfelder zeigen die aktuellen Picklist-Werte

Wenn du das vergisst, tauchen veraltete Werte im Formular auf – oder noch schlimmer: Es schleichen sich fehlerhafte Daten ins System ein.

Kiosk Mode für Event-Geräte aktivieren

Der Kiosk Mode verhindert, dass Pardot beim Ausfüllen eines Formulars Cookies setzt – ideal für gemeinsam genutzte Endgeräte auf Messen oder Events.

Warum das wichtig ist: Ohne Kiosk Mode wird jede neue Eintragung einem bestehenden Cookie zugeordnet – also dem letzten Besucher. Du findest die Option unter Look and Feel → Advanced im Formular-Wizard. Aber Achtung bei geklonten Formularen: Der Kiosk Mode wird oft vergessen und verfälscht später die Reports.

Formulare richtig übersetzen

Mehrsprachige Formulare bringen Komplexität mit – aber du brauchst dafür keine doppelten Felder. Verwende stattdessen Feld-Bezeichnungen, Platzhalter und interne Feldnamen für die Übersetzung.

Nur zwei Textbausteine hängen vom Layout-Template ab:

  • „Nicht [Prospect-Name]? Hier klicken.“
  • Fehlermeldung: „Bitte korrigiere die untenstehenden Fehler“

Erstelle für jede Sprache ein eigenes Layout-Template – so bleibt dein Branding konsistent und alle Texte korrekt lokalisiert.

Finger weg von Web-to-Lead in Kombination mit Pardot

Wer Salesforce Web-to-Lead gleichzeitig mit Pardot nutzt, riskiert Daten-Dubletten. Web-to-Lead prüft keine bestehenden Datensätze – Pardot schon (mittels E-Mail als Matching-Kriterium).

Setz konsequent auf ein System. So behält das Marketing die Kontrolle über Formularlogik – und die Salesforce Admins müssen weniger ausbügeln. Kurz gesagt: Wenn du Pardot (Account Engagement) nutzt, nutze auch kompromisslos die Pardot-Formulare.

Formulare auf externen Websites einbetten

Pardot-Formulare lassen sich unkompliziert auf deiner eigenen Website einbinden. Dadurch profitierst du von Features wie:

  • Progressive Profiling
  • Feldabhängigkeiten und -logik
  • Cookie-basiertes Wiedererkennen von Besuchern

Aber Vorsicht beim Einbetten über iframe – vor allem bei längeren Formularen. So kann Content abgeschnitten werden oder die Bedienbarkeit leidet. Wenn ein iframe unvermeidbar ist, hilf dir durch dynamisches Resizing – mit etwas Hilfe von deinem Development-Team.

Reporting-Falle: Landing Pages überschreiben Formular-Reports

Typischer Reporting-Fehler: Wenn ein Formular auf einer Pardot-Landing Page liegt, bringt dir der Formular-Report nur wenig.

Der Landing Page Report hat Vorrang – dort findest du Ansichten, Fehler und erfolgreiche Einreichungen. Für die vollständige Performance also immer in die Landing-Page-Analytics schauen.

Forms in Lightning E-Mails und Landing Pages

Mit dem Lightning Builder lassen sich E-Mail- und Landing Page Assets deutlich einfacher erstellen – aber es gibt aktuell keinen eigenen Formular-Builder im Lightning-Interface.

So bindest du trotzdem Formulare ein:

  • Erstelle das Formular klassisch mit dem Form Wizard
  • Ziehe es anschließend als Komponente auf die Lightning Canvas
  • Dein Formular übernimmt das Styling der Landing Page – weniger manueller Aufwand

Nur eines geht (noch) nicht: Drag-and-Drop für Felder direkt im Formular.

AMPSEA: So funktionieren Formular-Einsendungen

Mit aktivierter AMPSEA-Option (Allow Multiple Prospects with Same Email Address) verlässt sich Pardot nicht mehr allein auf die E-Mail-Adresse zur Identifikation. Stattdessen wird vorrangig die CRM-ID und das Cookie-Tracking genutzt.

Liegt ein Cookie vor, wird die Aktivität entsprechend zugeordnet. Gibt es mehrere Prospects mit derselben E-Mail aber kein Cookie, wählt Pardot den zuletzt aktiven Datensatz – was für Überraschungen sorgen kann. Kenne diesen Mechanismus, um falsche Automatisierung auszulösen zu verhindern.

Standard-Domain rechtzeitig austauschen

Pardot hat die Sicherheit für Formulare auf der alten Standard-Domain go.pardot.com verschärft. Ohne Umstieg auf eine eigene Tracker-Domain können Formulare auf dieser Adresse künftig ausfallen.

Ein Wechsel schützt dich also nicht nur vor Downtimes – er stärkt auch dein Domain-Branding und die Zustellbarkeit von Links und E-Mails. Sprich bei Unsicherheiten mit deinem Salesforce Admin oder einem erfahrenen Pardot-Partner.

Wann sind Form Handlers die bessere Wahl?

Formulare passen nicht auf jedes Setup. Verwende besser Form Handlers, wenn:

  • du externe Formtools wie Gravity Forms oder Unbounce einbinden willst
  • deine Website striktes Styling oder komplexes JavaScript nutzt
  • du Tracking-Felder im Hintergrund mitschicken willst, ohne sie im Frontend zu zeigen

Form Handlers erlauben dir, deine bestehenden Webformulare mit Pardot zu verbinden – inklusive aller Automationen, Listen und Lead Scoring.

Fazit: Formulare clever nutzen, statt Probleme fixen

Richtig eingesetzt, sind Pardot-Formulare ein starkes Werkzeug. Aber der Teufel steckt im Detail. Wenn du Layout-Templates, Datenverhalten und Domain-Einstellungen im Griff hast, erreichst du mehr Conversions und sauberere Daten. Hier nochmal dein Quick-Check:

  • Layout-Templates vor dem eigentlichen Formular erstellen
  • Nur Prospect-Felder verwenden (keine Custom Objects)
  • Immer „Load Default Data“ klicken für korrekte Feldwerte
  • Kiosk Mode aktivieren – und bei Klonen auf Duplikate achten
  • Formulare mit Labels übersetzen, nicht mit mehreren Feldern
  • Kein Web-to-Lead parallel zu Pardot-Formularen nutzen
  • Einbettung mit Bedacht – iframes nur mit Entwickler-Support
  • Landing Page Reports statt Formularreports zur Auswertung verwenden
  • AMPSEA-Verhalten verstehen – für saubere Zuordnung
  • Standard-Domain ersetzen – für Sicherheit & Branding

Jetzt kennst du die wichtigsten Stolperfallen und Strategien rund um Pardot-Formulare. Und wenn du deine Automatisierung noch effizienter aufbauen willst – sprich mit uns, wie ConvertPilot dir helfen kann, bessere, skalierbare und Conversion-starke Formulare mit Pardot zu bauen.

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