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Wann du Pardot Form Handler statt Formularen nutzt

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Von Axel
Junger Mann in gelbem Hoodie sitzt am Schreibtisch während er lernt, wie man Pardot Form Handler einsetzt
Inhaltsverzeichnis

Wenn du überlegst, ob du für deine Lead-Erfassung lieber native Pardot-Formulare oder Form Handler nutzen solltest, bist du nicht allein. Die Entscheidung hat technische, operative und sogar strategische Auswirkungen.

In diesem Beitrag werfen wir einen Blick darauf, was Pardot Form Handler eigentlich sind, wie sie funktionieren und in welchen sechs Szenarien sie die bessere Wahl gegenüber dem nativen Formular-Builder von Pardot sind. Außerdem stellen wir dir einige beliebte Drittanbieter-Tools vor, die häufig über Form Handler angebunden werden.

Was sind Pardot Form Handler?

Mit Pardot Form Handlern kannst du externe Formulare – etwa von deiner bestehenden Website oder einer Plattform eines Drittanbieters – direkt mit Pardot (heute offiziell: Marketing Cloud Account Engagement) verbinden. Denk an Form Handler als Schnittstelle für die Datenerfassung. Statt ein Pardot-Formular zu bauen und einzubetten, nutzt du dein eigenes Formular und sendest die Daten über den Form Handler an die „Endpoint URL“ in Pardot.

Das ähnelt dem Prinzip von Salesforce Web-to-Lead-Formularen: Du definierst die gewünschten Felder, erzeugst eine eindeutige Pardot-Endpunkt-URL und fügst diese in den Code deines externen Formulars ein. Sobald jemand das Formular absendet, erfasst Pardot die Daten und wertet das als „Form Success“.

Warum Form Handler statt Pardot-Formulare nutzen?

Die nativen Pardot-Formulare bringen tolle Vorteile mit – wie Progressive Profiling, integrierten Spam-Schutz oder anpassbare Layout-Vorlagen. Trotzdem sind Form Handler in bestimmten Szenarien unschlagbar – vor allem dann, wenn bestehende Systeme nicht einfach ersetzt werden können oder Pardot-Funktionen an ihre Grenzen stoßen.

6 Szenarien, in denen Form Handler die bessere Wahl sind

Hier sind sechs typische Anwendungsfälle, in denen Form Handler nicht nur hilfreich – sondern unverzichtbar sind.

1. Bestehende Formularlandschaft einbinden

Viele Unternehmen, die zu Pardot wechseln, haben bereits eine umfangreiche Sammlung von Formularen – auf ihrer Website, in Demand-Gen-Kampagnen oder in Partnerportalen. Jedes einzelne Formular neu in Pardot zu bauen ist oft aus Zeit-, Budget- oder Ressourcen-Gründen nicht realistisch.

In einem Praxisfall entschied sich eine Universität mit Dutzenden von Anfrageformularen für Studienprogramme, Form-Handler einzusetzen, um ihre bestehenden CMS-basierten Formulare mit Pardot zu verbinden – so konnten sie sofort Prospect-Daten erfassen, während sie eine schrittweise Umstellung auf native Pardot-Formulare im nächsten Bewerbungszyklus planten.

2. Sensible Daten vermeiden

Pardot ist nicht dafür gedacht, sensible oder personenbezogene Daten zu speichern – etwa:

  • Passwörter
  • Kreditkarten- oder Zahlungsdaten
  • Behördlich ausgestellte Identifikationsnummern

Wenn sich Nutzer z. B. in ein Portal einloggen, sollte dieses Login auch dort verarbeitet werden – nicht in Pardot. Da Pardot kein Verschlüsselungs- oder Entschlüsselungsverfahren für Formulareingaben unterstützt, wäre das ein Compliance-Risiko. Mit Form Handlern kannst du gezielt steuern, welche Daten an Pardot gesendet – und welche anderweitig gesichert verarbeitet werden.

3. Anbindung an Portale und eCommerce-Plattformen

Formulare, die eng mit transaktionalen Systemen verknüpft sind – etwa beim Checkout im Online-Shop oder beim Login im Kundenportal – lassen sich meist nicht ohne Weiteres umbauen. Sie müssen zuverlässig funktionieren, weil sie für den Geschäftsablauf essenziell sind.

Form Handler ermöglichen es, genau diese Prozesse „mitzuhören“ – z. B. Käufe, Logins oder Anfragen – und die relevanten Daten bereitzustellen, ohne in die Logik der Plattform einzugreifen.

4. Datei-Uploads ermöglichen

In nativen Pardot-Formularen lassen sich keine Dateien hochladen – also keine Lebensläufe, Adressnachweise oder Bilder. Wenn genau das Teil deines Use Cases ist, brauchst du ein externes Formular-Tool mit Upload-Funktion – und setzt dann einen Form Handler ein, um die restlichen Daten an Pardot zu übergeben.

Typische Anwendungsbeispiele:

  • Stellenbewerbungen mit Lebenslauf
  • Event-Anmeldungen mit Bildanforderungen
  • Identitätsverifikationen mit Upload von Ausweisdokumenten

5. Interaktive Nutzererlebnisse gestalten

Dein Formular soll auffallen – mit Animation, Sprunglogik oder einem dialogartigen Look & Feel? Tools wie Typeform oder Jotform bieten beeindruckende Nutzererlebnisse, die Pardot so nicht umsetzen kann.

Mit einem Form Handler kannst du diese dynamischen Formulare problemlos einbetten, während die zentralen Daten zuverlässig in Pardot landen.

6. Komplexe Validierungsregeln anwenden

Pardot-Formulare können grundlegende Eingaben prüfen, zum Beispiel:

  • E-Mail-Adressen im richtigen Format
  • Pflichtfelder mit Dropdowns
  • Datumseingaben oder unternehmensbezogene E-Mails

Aber wenn du mehr brauchst – z. B. Ausschluss von Freemail-Adressen, geprüfte Feldformate per Regex oder Validierungen mit Wenn-Dann-Logik – kommst du mit nativen Funktionen nicht weit. Hier helfen entweder eigenes JavaScript oder die Auslagerung in spezialisierte Formularlösungen.

Beliebte Tools für die Anbindung per Pardot Form Handler

Viele Marketing-Teams behalten ihre bestehenden Form-Tools oder Landingpage-Plattformen – gerade dann, wenn bereits viel in sie investiert wurde oder andere Teams sie mitverwenden. Diese Tools stehen dann „vor“ Pardot und reichen ihre Daten per Form Handler weiter.

ToolZweck
FormAssemblyEnterprise-Formulare mit nativer Salesforce-Integration und Custom Objects
TypeformModerne, dialogbasierte Formulare zur Steigerung der Conversion
Instapage / UberflipExterne Landingpages, die Leads und Events an Pardot weiterleiten
On24 / BrightTALKWebinar-Plattformen ohne native Pardot-Anbindung – Registrierung über Form Handler
WordPress Popup PluginsMicro-Conversions direkt auf Content-Seiten per eingebettetem Formular

Wichtige Dinge, die du bei Form Handlern beachten solltest

Bevor du dich Hals über Kopf für Form Handler entscheidest – denk an Folgendes:

  • Im Form Handler musst du nur die Felder mappen, die für Pardot relevant sind. Der Rest kann woanders hin.
  • Für sauberes Tracking brauchst du ggf. zusätzliche Cookie-Consent-Konfigurationen.
  • Wenn du Tools wie Zapier nutzt, teste gründlich. Sonst drohen Datenverluste oder fehlerhafte Syncs.

Nutze das richtige Tool zur richtigen Zeit

Form Handler sind kein Zaubertrick – aber eine extrem hilfreiche Lösung, wenn deine Formulare nicht (nur) in Pardot leben können oder Funktionen brauchen, die Pardot nicht bietet. Von Portal-Logins über Datei-Uploads bis hin zu animierten Landingpages: Form Handler helfen dir, deine Interessenten so abzuholen, wie es am besten zu deinem Funnel passt – ohne auf Datenqualität in deinem CRM zu verzichten.

Du bist unsicher, ob du wechseln, mischen oder konsolidieren solltest? Wir helfen dir, die richtige Architektur für deine Formstrategie zu finden. Lass uns sprechen – und machen wir dein Setup fit für dein Marketing-Ziel.

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