Marketing Cloud Account Engagement (Pardot) ist ein leistungsstarkes Marketing-Automation-Tool mit unzähligen Funktionen, die dir helfen, intelligentere Workflows aufzubauen und relevantere Botschaften zu senden. Aber wenn du bisher nur mit den Standardfunktionen arbeitest, lässt du wahrscheinlich jede Menge ROI links liegen.
In diesem Guide schauen wir uns 10 kaum genutzte Pardot-Features an, mit denen du deine Automatisierungsstrategie schärfen, die Teamzusammenarbeit verbessern und deine Leadgenerierung so individuell gestalten kannst wie nie zuvor.
Page Actions mit Wildcard-URLs
Page Actions helfen dir, auf Websitebesuche automatisch zu reagieren. Richtig spannend wird’s mit Wildcards: Statt jede einzelne URL einzutragen, reicht ein Platzhalter wie /preise/*, um ganze Bereiche deiner Seite abzudecken.
Beispiel: Wenn ein hochqualifizierter Prospect deine Preisübersicht besucht, kannst du ihn automatisch:
- in eine „Sales Ready“-Liste aufnehmen
- mit Extrapunkten bewerten
- dem zuständigen Vertriebler melden
Page Actions + Wildcards = smartere Automation mit klarem Bezug zur Kaufabsicht.

A/B-Tests in Engagement Studio
Engagement Studio ist das Herzstück deiner Nurture-Kampagnen – und trotzdem nutzen viele Marketer das Potenzial für A/B-Tests nicht komplett aus. Zwar gibt es keinen offiziellen „A/B-Test“-Button, aber du kannst einen Test ganz einfach über regelbasierte Pfade simulieren.
Weise jedem Prospect mithilfe eines Formel-Felds oder mit einem Flow in Salesforce einen A/B-Wert zu. In Engagement Studio lässt sich dann mit einem Regel-Schritt die Zielgruppe aufteilen – etwa in Gruppe A und Gruppe B, die jeweils unterschiedliche Pfade durchlaufen. So testest du Inhalte, Versandzeitpunkte oder sogar Kanäle – kontrolliert und wiederholbar.
Content- und Kampagnen-Feedback über Chatter
Slack dominiert zwar die moderne Teamarbeit, aber Chatter hat im Zusammenspiel mit Salesforce und Account Engagement nach wie vor echte Stärken. Wenn du Chatter in Pardot-Kampagnen einsetzt, ermöglichst du Feedbackschleifen, die besonders gut zwischen Marketing und Vertrieb funktionieren.
So kannst du Chatter nutzen:
- Feedback zu Entwürfen direkt im Asset-Datensatz einholen
- Marketing-Materialien und Dokumente teilen
- Vertriebskollegen Kampagnen folgen lassen, die sie interessieren
Das steigert die Transparenz – und spart Zeit, weil nicht ständig zwischen Tools gewechselt werden muss.
Conditional Completion Actions
Seit 2022 kannst du bei Completion Actions Bedingungen hinzufügen – zum Beispiel, einen Lead nur dann zuzuweisen, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind.
Vorher waren dafür Developer-Support oder kreative Workarounds nötig. Jetzt geht das direkt in Pardot und ohne Code: Du kannst MQLs automatisch assignen, den Vertrieb bei hochwertigen Formulareinsendungen benachrichtigen oder sofort segmentieren. Wichtig: Stelle sicher, dass deine Besucher getrackt (cookie-basiert) sind, und setze die Bedingungen direkt in der Completion Action.
Dynamische Listen auf der E-Mail-Präferenzseite
E-Mail-Präferenzcenter gelten oft nur als Pflicht zur DSGVO-konformen Kommunikation. Dabei können sie viel mehr – vor allem, wenn du dynamische öffentliche Listen anbietest.
So gibst du Empfängern die Möglichkeit, sich basierend auf Verhalten und Profildaten gezielt von Themen abzumelden – statt pauschal von ganzen Kategorien. Wer z. B. „Webinare“ nicht mehr will, bleibt trotzdem für „E-Books“ aktiv. Und das Beste: Wenn sich deine Inhalte ändern, passt du einfach die Listenkriterien an – ganz ohne das ganze Center neu zu konfigurieren.
Account Engagement Buttons im Salesforce-Layout
Wenn Vertrieb und Marketing dieselben Tools nutzen, klappt die Zusammenarbeit deutlich besser. Indem du Pardot-Buttons in Salesforce-Kontakt- und Lead-Layouts integrierst, gibst du dem Vertrieb echten Handlungsspielraum.
Diese Buttons sind besonders praktisch:
- Add to Pardot List: Fügt Leads oder Kontakte CRM-sichtbaren Listen hinzu – ideal zur Segmentierung
- Add to Engagement Studio List: Ermöglicht die Aufnahme in eine Liste und das dazugehörige Nurture-Programm
- Send Pardot Email: Erlaubt dem Vertrieb den Versand getrackter, marketingfreigegebener Mails direkt aus Salesforce
- Send to Pardot: Erstellt automatisch einen zugehörigen Prospect in Pardot
Damit kannst du nicht nur schneller reagieren, sondern sparst auch administrative Umwege ein.
Resubscribe-Link für abgemeldete Prospects
Nicht jede Abmeldung ist endgültig. Wenn sich ein früherer Abonnent erneut über ein Formular einträgt, kann Pardot automatisch eine Bestätigungsmail zum erneuten Abonnieren senden – DSGVO-konform und sicher.
So aktivierst du diese Funktion:
- Erstelle eine E-Mail-Vorlage für die Resubscribe-Bestätigung
- Aktiviere „Prospect Resubscribe“ in den Account Engagement-Einstellungen
So kannst du verlorene Kontakte zurückgewinnen – ohne gegen Datenschutzstandards zu verstoßen.
Slack-Benachrichtigungen bei Formularen
Formulare müssen nicht im Nirvana verschwinden. Mit Completion Actions kannst du deine Slack-Channels in Echtzeit informieren, sobald ein Formular ausgefüllt wird.
Praktische Use Cases:
- Sofortige Info an das BDR-Team bei Preisanfragen
- Einbindung relevanter Prospect-Daten über Merge Fields
- Echtzeit-Tagging von Stakeholdern im Vertrieb
Gerade wenn Slack eine zentrale Rolle in deiner Teamkommunikation spielt, bringt dir diese Integration mehr Schnelligkeit und Sichtbarkeit genau da, wo du’s brauchst.

Sync nur mit Kontakten oder Person Accounts
Nicht jedes Salesforce-System arbeitet mit Leads. Manche setzen ausschließlich auf Kontakte oder sogar Person Accounts. Standardmäßig versucht Pardot, für jeden neuen Prospect einen Lead anzulegen – aber das kannst du konfigurieren.
Es gibt eine entscheidende Einstellung in Account Engagement, um Prospects ausschließlich mit Kontakten oder Person Accounts zu synchronisieren.
Vor dem Aktivieren unbedingt beachten:
- Die Umstellung ist nicht rückgängig zu machen
- Stimme dich sorgfältig mit deinem Salesforce-Architekturteam ab
- Konsultiere idealerweise eine Account-Engagement-Fachperson, um Sync-Fehler zu vermeiden
Wenn alles korrekt eingerichtet ist, stimmt Pardots Verhalten 1:1 mit deinem CRM-Modell überein – ohne Konvertierungstricks oder Datensalat.
Website-Suche als Trigger für Automationen
Nur wenige wissen: Auch Suchanfragen auf deiner Website kannst du für Automationen nutzen. Richtig integriert, erkennt Pardot die eingegebenen Begriffe – und reagiert gezielt darauf.
Zum Beispiel, indem du:
- Prospects zu dynamischen Listen hinzufügst, wenn sie nach „Preise“, „Partnerprogramm“ oder „Support“ suchen
- Account Owner informierst, wenn Nutzer aus ihren Accounts kritische Begriffe wie „kündigen“ suchen
- personalisierte Follow-ups mit Bezug zur Suche versendest
Die Einrichtung ist meist unkompliziert – du brauchst vor allem ein gutes Zusammenspiel zwischen Web- und Marketing-Team.
Fazit: Kleine Features, große Wirkung
Die wahre Stärke von Pardot steckt nicht nur in Workflows, sondern in den unscheinbaren Funktionen, die dir skalierbare Automation mit echtem Business-Impact ermöglichen. Ob mit Wildcard-URLs, direktem Slack-Feedback, Resubscribe-Optionen oder intelligenten Präferenzseiten – das Potenzial ist riesig.
Du willst diese Features aktivieren oder optimieren? Lass uns sprechen – wir zeigen dir, wie du mehr aus deinem Pardot-Setup rausholst.



