Deine E-Mail in Pardot (Marketing Cloud Account Engagement) ist nur so erfolgreich wie ihre Zustellrate in den Posteingang – und nicht im Spam-Ordner landet. Egal ob du 500 oder 50.000 Mails verschickst: Wenn deine E-Mails nicht ankommen, bringen auch die besten Inhalte nichts.
In diesem Artikel zeigen wir dir 5 praxisnahe Schritte, wie du die Zustellbarkeit in Account Engagement verbesserst – damit jede E-Mail mehr für deine Marketingziele leistet.
1. Authentifiziere deine Domain und wärme sie auf
Der erste Schritt zu guter Zustellbarkeit ist immer die Domain-Authentifizierung. E-Mail-Anbieter achten stark auf den Ruf der Absenderdomain. Wenn du deine Domain nicht verifiziert oder keine Authentifizierungsprotokolle eingerichtet hast, tappst du im Dunkeln.
Richte Domain-Authentifizierung ein
Folgende Standards solltest du konfigurieren, um Vertrauen bei ESPs (E-Mail-Dienstanbietern) aufzubauen:
- SPF (Sender Policy Framework): Legt fest, welche Mailserver im Namen deiner Domain senden dürfen.
- DKIM (DomainKeys Identified Mail): Nutzt eine digitale Signatur zur Prüfung, ob eine E-Mail authentisch und unverändert ist.
- DMARC (Domain-based Message Authentication, Reporting, and Conformance): Baut auf SPF und DKIM auf und schützt deine Domain vor Spoofing durch Monitoring und Policy-Regeln.
Wichtig: DMARC lässt sich in Pardot nicht direkt konfigurieren. Dafür brauchst du Unterstützung von deinem IT-Team oder DNS-Hosting-Anbieter.

Überleg dir eine eigene IP-Adresse
Wenn du mehr als 100.000 E-Mails pro Monat verschickst oder in sensiblen Branchen wie Finanzen oder dem öffentlichen Sektor arbeitest, kann eine dedizierte IP-Adresse sinnvoll sein. Sie trennt deinen Absender-Ruf von anderen Unternehmen. Aber beachte:
- Dedizierte IPs müssen aufgewärmt werden, um nicht im Spam zu landen.
- Das bedeutet: Die Versandmengen müssen schrittweise gesteigert werden.
- Für die meisten B2B-Marketer reicht Pardots Shared-IP-Setup völlig aus.
2. Bereinige deine versendbaren Prospects
Nicht jede Adresse in deiner Datenbank sollte auch wirklich angeschrieben werden. Ziel ist nicht das reine „Senden“, sondern dass deine Botschaft bei aktiven, relevanten Kontakten ankommt und wirkt.
Entferne riskante oder wertlose Adressen
- Generische E-Mails wie info@, support@ oder sales@
- Veraltete Kontakte (ohne Aktivität seit über 6 Monaten)
- Gekaufte Adressen von Drittanbietern
- Spamfallen oder offensichtlich gefälschte E-Mails
- Adressen von Wettbewerbern (die gehören nicht zu deiner Zielgruppe)
Solche Adressen erhöhen deine Bouncerate und Spam-Beschwerden – und gefährden deinen Absender-Ruf. Eine kleinere, qualifizierte Liste bringt langfristig mehr als eine aufgeblähte ohne Engagement.

3. Nutze kleine, hoch engagierte Listen
Große Listen mögen gut für die Statistik aussehen – aber das kann zur Falle werden. Konzentrier dich lieber auf engagierte Segmente. Das erhöht nicht nur die Zustellbarkeit, sondern auch deine Klickrate und letztlich den ROI.
Segmentiere mit Köpfchen
Erstelle Zielgruppen auf Basis von demografischen oder verhaltensbasierten Signalen:
- Region oder Zeitzone
- Branche oder Unternehmensgröße
- Rollenbasierte Personas
- Teilnahme an vergangenen Events oder Interessen an bestimmten Produkten
Arbeite immer mit Suppressionslisten
Folgende Personen solltest du ausschließen:
- Alle, die sich abgemeldet oder abgelehnt haben
- Kontakte, die dieselbe Kampagne bereits über ein anderes Segment erhalten haben
- Leads, die aktuell in Verkaufsgesprächen sind oder einen bestimmten Pipeline-Status haben
Achtung bei AMPSEA: Wenn dein Pardot-Account AMPSEA (Allowing Multiple Prospects with the Same Email Address) aktiviert hat, können Suppressionslisten unter Umständen umgangen werden. Prüfe deine Empfänger- und Ausschlusslogik sorgfältig und stimme dich eng mit Sales ab, damit keine Fehler passieren.
4. Überprüfe deine Automatisierungs-Workflows
Selbst die ausgefeilteste Engagement Studio Journey kann nach hinten losgehen, wenn die Logik nicht stimmt. Teste deine Programme gründlich, bevor du sie live schaltest.
Denk in realistischen Szenarien
- Testpersonen mit unterschiedlichem Verhalten durchlaufen lassen
- Prüfen, ob Bedingungen (z. B. Opens, Klicks, Score-Änderungen) korrekt greifen
- Sicherstellen, dass deine E-Mail-Templates auf allen Geräten richtig angezeigt werden (Tipp: Bulletproof-Buttons für zuverlässige CTAs nutzen)
Betrachte das als Qualitätskontrolle für deine Automatisierungen. Ein fehlerhafter Wait-Step oder eine falsche Aktion kann deinen Ruf schädigen – unbemerkt, aber effektiv.
5. Sende Inhalte mit echtem Mehrwert
Gute Zustellraten hängen nicht nur von Technik oder Datenhygiene ab – sondern auch davon, ob deine Inhalte überhaupt gewünscht sind. Relevanz und Personalisierung sind deine stärksten Verbündeten.
Schick nur, was wirklich interessiert
- Inhalte an die Buyer Journey oder Persona anpassen
- Betreffzeilen, Formate und Bilder über A/B-Tests optimieren
- Nutzer über ein E-Mail-Präferenzcenter entscheiden lassen, wie oft und was sie bekommen möchten
- Klar und direkt schreiben – trigger-lastige Wörter wie „GRATIS“, „nur für kurze Zeit“, „exklusives Angebot“ lieber vermeiden
Und ganz wichtig: Hab keine Angst vor Abmeldungen. Lieber verabschieden sich inaktive Kontakte freiwillig, als dass sie deine Mail als Spam markieren. Konzentrier dich auf das, was funktioniert – und lass den Rest los.

Fazit
Zustellbarkeit ist kein Zufall – sie ist das Ergebnis durchdachter Prozesse, sauberer Technik und strategischem Content. Vom Setup deiner Domain bis hin zu nützlichen Suppressionslisten und nutzerzentrierten Inhalten: Jeder Schritt erhöht die Chance, dass deine Mail im Posteingang landet – und dort auch Wirkung zeigt.
Du willst deine Performance in Account Engagement verbessern und Best Practices praxisnah umsetzen? Dann melde dich bei uns – wir helfen dir weiter!



