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HML oder Dynamic Content: was passt besser zu dir in Pardot?

Portrait von Axel
Von Axel
Mann mit Brille und Bart in orangem Pullover sitzt am Computer während er HML oder Dynamic Content vergleicht
Inhaltsverzeichnis

Wenn es um die Personalisierung deiner E-Mails in Pardot (Marketing Cloud Account Engagement) geht, hast du mit Dynamic Content und der Handlebars Merge Language (HML) zwei starke, aber sehr unterschiedliche Tools zur Auswahl. Die richtige Methode kann deinen Workflow deutlich effizienter machen – oder dich durch technische Einschränkungen ausbremsen.

In diesem Artikel vergleichen wir beide Ansätze, zeigen ihre Stärken und Schwächen auf und helfen dir herauszufinden, welcher Weg am besten zu deiner Marketingstrategie passt.

Warum Personalisierung in Pardot so wichtig ist

Personalisierung ist im B2B-Marketing längst kein nettes Extra mehr – sie ist ein Muss. Menschen erwarten relevante, individuell zugeschnittene Inhalte, die auf ihren Interessen, ihrem Verhalten oder ihren Angaben basieren. Pardot liefert dafür die passenden Werkzeuge. Je nachdem, ob du dich für Dynamic Content oder HML entscheidest, kann das die Produktivität deines Teams massiv beeinflussen.

Methode 1: E-Mail-Vorlagen duplizieren

Bevor Marketer zu Dynamic Content oder HML greifen, starten viele mit dem einfachsten Ansatz: Sie erstellen mehrere E-Mail-Vorlagen für verschiedene Zielgruppen.

So funktioniert’s

  • Segmentiere deine Zielgruppen über das Email Preference Center.
  • Ordne jede Zielgruppe einer eigenen Pardot-Liste zu.
  • Erstelle und versende individuelle E-Mail-Vorlagen für jede Liste.


Angenommen, du bist eine Universität. Du könntest dein Publikum in Kategorien wie Studienbewerber, Masterstudenten und Alumni aufteilen. Dann würdest du drei separate E-Mails erstellen – jede auf ein Segment zugeschnitten.

Einschränkungen

Sobald du mehr Segmente brauchst, wird dieser Ansatz schnell unübersichtlich. Es kostet Zeit, erhöht das Fehlerrisiko und der Verwaltungsaufwand steigt mit jeder duplizierten Vorlage.

Wenn du nur wenige Zielgruppen hast, mag das noch funktionieren. Für skalierbare Kampagnen wird’s mit Dynamic Content oder HML deutlich einfacher.

Methode 2: Pardot Dynamic Content

Mit Dynamic Content passt du gezielte Inhalte innerhalb einer E-Mail an – basierend auf Feldwerten im Profil eines Empfängers. Und das, ohne mehrere E-Mail-Versionen zu basteln.

So funktioniert’s

  • Tagge Empfänger anhand von Listen und benutzerdefinierten Feldern (z. B. ein Feld „Branche“ mit Werten wie „Gesundheitswesen“, „Finanzen“, oder „Einzelhandel“).
  • Erstelle Regeln für Inhalte, die bestimmten Feldwerten entsprechen.
  • Füge die dynamischen Inhalte über einen Platzhaltercode in deine Hauptvorlage ein.

Das Ergebnis: Eine E-Mail, die sich beim Empfänger individuell verhält.

Vorteile

  • Weniger Vorlagen: Dein Team behält leichter den Überblick.
  • Datenbasierte Automatisierung: Inhalte richten sich direkt nach konkreten Feldern.
  • Fallback möglich: Du kannst Standardinhalte anzeigen lassen, wenn ein Feld leer bleibt.

Herausforderungen

  • Nur ein Feld pro Regel: Mehrere Felder gleichzeitig berücksichtigen geht nicht.
  • Limitierte Varianten: Maximal 25 Variationen pro Dynamic Block.
  • Änderungen nur im Editor: Du musst Inhalte im Dynamic Content Editor bearbeiten – nicht direkt in der E-Mail-Vorlage.
  • Testing ist fummelig: Die Zahlencodes lassen sich schwer im Kontext nachverfolgen.

Methode 3: HML (Handlebars Merge Language)

HML ist dein Werkzeug, wenn du maximale Kontrolle willst. Anders als bei Dynamic Content arbeitest du hier direkt im Code – mit Bedingungen, Platzhaltern und personalisierten Elementen innerhalb des HTMLs.

So funktioniert’s

  • Nutze Merge-Felder wie {{Recipient.FirstName}}, ähnlich wie in Salesforce.
  • Baue Bedingungen mit IF/ELSE-Logik ein.
  • Steuere Text, Bilder oder Layouts – alles abhängig von Feldwerten der Empfänger.

Beispiel für eine einfache Condition:

{{#if Recipient.PracticeArea == „Studienbewerber“}}

  …Studienbewerber-Inhalt einfügen…

{{/if}}

{{#if Recipient.FIELDNAMESALUTATION}}Guten Tag {{Recipient.FIELDNAMESALUTATION}} {{Recipient.FIELDNAMELASTNAME}},{{else}}Guten Tag,{{/if}}

Vorteile

  • Unendlich viele Varianten: Du bist nicht auf 25 Blöcke beschränkt.
  • Direkt im Code bearbeiten: Bedingungen und Inhalte an einem Ort.
  • Mehr Design-Freiheit: Passe einzelne Wörter, Formulierungen oder Layout-Elemente dynamisch an.

Herausforderungen

  • Technisches Know-how erforderlich: Du brauchst Grundwissen in HTML und Logik.
  • Fehleranfällig: Änderungen im Editor können die Code-Struktur beschädigen.
  • Eingeschränkte Logik: Komplexe verschachtelte Bedingungen werden nicht unterstützt – nur einfache „Wenn-Dann“-Logik.

Direkter Vergleich

FunktionHMLDynamic Content
Anzahl VariantenUnbegrenzt (durch IF/ELSE)Offizielles Limit: 25
BearbeitungErfordert HTML- & HML-KenntnisseÜber UI-Blocks editierbar
Logik-KomplexitätNur einfache Boolean-LogikRegelbasierte Steuerung pro Feldwert
TestingSchwer testbar & vorschaufähigEinfacher mit Einzel-Feld-Regeln
Editor-KompatibilitätVoll integrierbar im Lightning Email BuilderNicht mit Lightning Editing kompatibel

Hybrid-Lösung: Das Beste aus beiden Welten

Die Realität ist selten schwarz-weiß. In vielen Fällen bringt dich eine Kombination von Dynamic Content und HML weiter. Du könntest z. B. Basis-Segmente mit Dynamic Content abbilden – und innerhalb dieser Blöcke mit HML feinere Nuancen steuern.

Gerade bei komplexen Salesforce-Feldern oder wenn du Design und Content-Kontrolle gleichzeitig brauchst, spielt die Hybrid-Strategie ihre Stärken aus.

Und was passt jetzt zu dir?

Hier eine schnelle Empfehlung abhängig von deinen Zielen und Ressourcen:

  • Dynamic Content: ideal bei wenigen Segmenten, wenn du lieber visuell arbeitest und HTML eher meiden willst.
  • HML: stark bei vielen Varianten, hoher Komplexität und einem technisch versierten Team.
  • Hybrider Ansatz: perfekt, wenn du beides brauchst – Übersicht und Tiefgang.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Personalisierte E-Mails in Pardot sind Pflicht, wenn du Engagement steigern willst.
  • Dynamic Content ist schnell umgesetzt für einfache Feld-basierte Bedingungen.
  • HML bietet maximale Gestaltungsfreiheit – setzt aber technisches Wissen voraus.
  • Testing bleibt eine Herausforderung – starke QA-Prozesse sind entscheidend.

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